E-Learning? Blended Learning ?! Ein Glossar!

Nicht erst seit den jüngsten Entwicklungen kursieren in den Medien und allen voran im World Wide Web Begriffe wie E-Learning oder Blended Learning. In diesem Beitrag möchte ich versuchen, die wesentlichen Begriffe zu erklären. Neben dem traditionellen Präsenzunterricht gibt es zahlreiche Formen des digitalen Lernens und Lehrens, welche die Lehrenden und Lernenden auf unterschiedliche Art und Weise einbinden und ansprechen. Im Folgenden findet sich eine im Aufbau begriffene und alphabetisch geordnete Begriffsdatenbank.

Blended Learning

Unter diesem Begriff ist eine Anreicherung von Präsenzbildungsformaten mit Phasen des Online Learning zu verstehen. In anderen Worten: Ein Seminar oder ein Kurs, der wie gewohnt im Präsenzformat stattfindet, wird um Online Kurs- bzw. Seminareinheiten erweitert. Wie sich die Verzahnung von Online- und Offline-Einheiten gestaltet und wie deren Verhältnis aussieht, hängt sehr stark vom jeweiligen Anbieter ab. So kann es sein, dass sich Online- und Offline-Termine alternierend ergänzen. Man wird aber in der Praxis auch immer wieder auf Blended Learning Konzepte stoßen, bei denen die Wissensvermittlung auf eine Online-Phase ausgelagert wird. In diesem Fall widmen sich dann die Präsenztermine vorranig der Einübung von Fertigkeiten sowie dem Austausch zwischen den Lernenden und Lehrenden.

Computer-Based Training (CBT)

CBT ist die Bezeichnung für Lernprogramme, die computerunterstützt Aufgaben sowie Lernmaterialien enthalten. Da diese Programme auf einem Rechner mittels CD gestartet werden können und dies netzwerkunabhängig funktioniert, ist eine Internetverbindung nicht vonnöten. Das CBT kommt nach wie vor zum Einsatz, allerdings wurde und wird es zunehmend vom Web-Based Training (WBT) verdrängt.

Content

Als „Content“ bezeichnen wir im E-Learning alle Formen von Lerninhalten, die wir für unsere Lerner*innen erstellen. So können Videos, Bilder oder Textdokumente etwa als Content bezeichnet werden.

Desktop (Schreibtisch)

Als „Desktop“ oder „Schreibtisch“ bezeichnen wir die Arbeits- bzw. Benutzeroberfläche eines Computers. Es ist also der Ort, an dem zentrale Bedienelemente sowie Programme Platz finden. Die Programme erscheinen als Icons auf der Desktop-Oberfläche.

Digitale Reduktion

Unter einer „digitalen Reduktion“ ist eine Verringerung des Umfangs von Lerninhalten zu verstehen. Der Grund hierfür liegt im Wesen des E-Learning. Lerninhalte sollen in der digitalen Welt überschaubarer dargestellt werden – nicht zuletzt deshalb, weil Rückfragen im digitalen Raum in der Regel nicht unmittelbar erfolgen können.

Digital Nativ (digitale/r Eingeborene*r)

Ein „Digital Nativ“ zeichnet sich dadurch aus, dass er/sie in und mit der digitalen Welt aufgewachsen bzw. in dieser sozialisiert worden ist. Digital Natives können im Gegensatz zu jenen Personen, die erst im Erwachsenenalter mit der Welt des Digitalen konfroniert werden, Vorteile im Umgang mit digitalen Informationen oder digitalen Anwendungen bzw. Geräten genießen.

E-Learning

Der Begriffe „E-Learning“ wird sehr unterschiedlich definiert und noch unterschiedlicher verwendet. Für mich ist E-Learning vor allem das Integrieren digitaler bzw. elektronischer Werkzeuge im Unterricht. Wenn ich also meinen Schüler*innen eine Aufgabe gebe, für die sie das Smartphone verwenden können, befinden wir uns mitten im „E-Learning“. Als „E-Learning“ können aber auch Formen des selbstbestimmten bzw. selbstgesteuerten Lernens auf Basis digitaler Medien verstanden werden. Das könnte beispielsweise ein Online-Kurs sein, auf den ich orts- und zeitunabhängig zugreifen kann. E-Learning setzt digitale Kompetenzen voraus und macht sich Technologien auf den Ebenen der Hard- und Software zunutze.

Flipped Classroom

Beim sogenannten „Flipped Classroom“, also dem verdrehten Klassenzimmer, werden Wissensinhalte ausgelagert. Das heißt, dass die Auseinandersetzung mit für den Unterricht relevanten Inhalten vor dem eigentlichen Unterricht passiert. Das Ziel besteht demnach darin, reine Wissensvermittlung – das Erklären neuer Inhalte etwa – aus dem Unterricht zu streichen, um mehr Platz für die interaktive Auseinandersetzung mit Inhalten während des Unterrichts zu gewinnen.

Lern-Management-System (LMS)

Ein Lern-Management-System (kurz: LMS) wird häufig auch als Lernplattform bezeichnet und stellt die Basis für eine E-Learning-Umgebung dar. Ein LMS-Software ist in der Regel auf einem Webserver installiert. Zum Einsatz kommt es vor allem, um Lerninhalte zu teilen bzw. verwalten. LMS haben häufig verschiedene Instrumente implementiert, die Lernprozesse im Web gestaltbar machen. Auch die Nutzerverwaltung ist ein wichtiger Bestandteil eines LMS. Da die LMS für eine/n Trainer*in einen integralen Bestandteil der gesamten Lernprozesse darstellt, ist eine sorgfältige Auswahl im Vorfeld wichtig.

Live Online Training (LOT)

LOT ist die Bezeichnung für synchrone, webbasierte Lernszenarien, die im Rahmen eines virtuellen Klassenraums abgehalten werden. Bei einem LOT spielt die Interaktion aller am Lernprozess Beteiligten eine herausragende Rolle. Zudem ist die Frage nach der Kamerapräsenz eine wesentliche, die es vorab zu klären gilt.

Tool (Werkzeug)

Als „Tool“ wird im Kontext des E-Learning ein Werkzeug im weiteren Sinne bezeichnet, das als im Rahmen einer Anwendungssoftware unterschiedliche Funktionen zur Verfügung stellt. In der Praxis wird häufig auch der Begriff „Programm“ verwendet. Ein Tool kann Ihnen etwa beim Erstellen von digitalen Lerninhalten helfen. Das Angebot an Tools ist mittlerweile unüberschaubar geworden, weshalb es nicht unwichtig ist, verschiedene Werkzeuge auf den individuellen Einsatz hin zu testen bzw. überprüfen.

Web-Based Training (WBT)

Beim Web-Based Training (kurz: WBT) wird im Gegensatz zum CBT eine Internetverbindung gebraucht. Als WBT werden sämtliche Aktivitäten, die im Zusammenhang mit Aus-, Weiter- und Fortbildungen stehen, bezeichnet. Die Basis für all dieses Aktivitäten bildet immer die Web-Technologie.

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